Autor
Joan Kolew
Sonntag 2 August 2026 13:10
Sonntag, 2 August 2026, 13:10
FOTO borisovagradina.com
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Der Borissow-Garten ist einer der beliebtesten Parkanlagen der Einwohner und Besucher der bulgarischen Hauptstadt. Sie wird von den Bewohnern der umliegenden Stadtviertel sowohl für Spaziergänge und Treffen mit Freunden als auch für sportliche Aktivitäten rege genutzt. Dass 1882 mit dem Bau des Parks begonnen werden konnte, ist dem damaligen Bürgermeister von Sofia, Iwan Hadschienow, zu verdanken. Er führte heftige Auseinandersetzungen mit den Stadträten, die zunächst keinen Sinn für eine solche Investition sahen, konnte sich durchsetzen und holte den Gärtner des rumänischen Königshofs, den Schweizer Daniel Neff, hinzu.
Mit Hilfe von Architekt Todor Bulew, dem lebenden Gedächtnis der Architekturgeschichte unseres Landes, der zwei Amtszeiten stellvertretender Vorsitzender und eine Amtszeit Vorsitzender des Verbandes der Architekten in Bulgarien war, erinnern wir an interessante Fakten rund um einen der größten Parks von Sofia.
Ariana-See
FOTO BGNES
„Es sollte erwähnt werden, dass die Begrünung von öffentlichen Flächen in der Geschichte des europäischen Städtebaus eine neue Erscheinung war. In städtebaulicher Hinsicht hatte Bulgarien Ende des 19. Jahrhunderts viel aufzuholen. Doch was die öffentlichen Grünflächen betraf, so konnten diese in den Städten sofort umgesetzt werden“, erklärt Todor Bulew. „Beispiele dafür sind sowohl der Borissow-Park als auch der Stadtgarten, dessen Anlage ebenfalls etwa zur gleichen Zeit begann. Außerdem verfügen fast alle großen Städte Bulgariens in ihrem Zentrum über einen großen Park, der zu dieser Zeit angelegt wurde.“
FOTO lostbulgaria.com
Zum Zeitpunkt seiner Entstehung war der Borissow-Garten einer der ersten Parks außerhalb der Stadt. Über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren kümmerte sich Daniel Neff um die Gestaltung und Pflege des Parks, danach übernahmen seine Söhne diese Aufgabe. 1888 wurde auf Anregung von Zar Ferdinand der „Ariana“-Teich angelegt. Er gehört zum historischen Kern des Parks, zusammen mit den beiden Alleen, die zum Fischteich führen, der den Sofiotern als „Seerosenteich“ bekannt ist, da darin zahlreiche Exemplare dieser schönen Pflanze blühen.
FOTO Miglena Iwanowa
Im Park befinden sich auch die 1896 von ausländischen Handelsvertretern und Diplomaten angelegten Tennisplätze, die zum ersten Tennisclubs Bulgariens gehören.
„Die Gestaltung dieses riesigen Parkgeländes ermöglichte es, dem Bereich um die Tennisplätze einen parkähnlichen Charakter zu verleihen. Im restlichen Teil des heutigen Borissow-Gartens wurden fast keine parkgestalterischen Maßnahmen unternommen, und er gleicht eher einem Wald. Dieser Teil ist mehr oder weniger in dem Zustand geblieben, in dem er vor 40, 50 oder sogar 80 Jahren war“, erklärt Architekt Bulew.
FOTO sportnasofia2000.com
Eine schillernde Persönlichkeit in der Geschichte des Parks ist der aus Burgas stammende Georgi Duchtew, Schöpfer des Meeresgartens in Burgas. In den Jahren von 1934 bis 1944 kümmerte er sich um das grüne Herz von Sofia. Der kleine See mit den Enten und zahlreiche Sportplätze sind sein Werk.
Der Bau von Sportanlagen wurde auch nach 1944, (nachdem die Kommunisten die Macht übernommen hatten, Anm. d. Red.) fortgesetzt. Nach heutiger Auffassung sind es zu viele für einen Park. Doch wo sonst als in Parks wäre es sinnvoll Sportanlagen zu errichten, fragt der Architekt rhetorisch.
Борисовата градина – зеленото сърце на София
FOTO Facebook /Junak-Stadion
Im Laufe der Jahre, von seiner Gründung bis heute, hat der Park verschiedene Wandlungen und Entwicklungsphasen durchlaufen. Seit 1989 ist die Frage, wie diese einzigartige grüne Oase im Stadtzentrum weiterentwickelt werden sollte, Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Auch zu diesem Zeitpunkt stößt der aktuelle Bebauungsplan, der darauf abzielt, einen dauerhaften und gesetzlich garantierten Schutz für den größten und symbolträchtigsten Park Sofias zu gewährleisten, seinen öffentlichen Charakter zu bewahren und die öffentlichen Funktionen wichtiger historischer Objekte wiederherzustellen, auf heftige Kritik und wurde vom städtischen Fachausschuss für Raumordnung zur Überarbeitung zurückverwiesen. Eine erneute Prüfung des Plans ist erst im Frühjahr 2027 möglich.
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Übersetzung: Georgetta Janewa
Gestaltet von Georgetta Janewa